Flevoland

Das Neuland der Niederlande

TulpenfeldFlevoland ist die zwölfte und jüngste Provinz der Niederlande, eingerichtet 1986 und  besteht fast ausschließlich aus Land, das erst im 20. Jahrhundert dem IJsselmeer abgetrotzt wurde. Der Osten der Provinz ist landwirtschaftlich geprägt, der Westen entwickelte sich mit Almere zu einer Erweiterung des Einzugsgebiets von Amsterdam.

Die Region Flevoland steht im wahrsten Sinne des Worte auf Neuland, denn durch eine gigantische Einpolderungsmaßnahme im Laufe des letzten Jahrhunderts ist eine komplett neue Region mit zwei Inseln auf dem Trockenen, Schokland und Urk, aus dem Wasser des IJsselmeers gehoben worden. Das Landschaftsbild prägen daher Mühlen, Deiche und Schöpfwerke und Flevoland, auch das holländische Atlantis genannt, sollte ursprünglich rein landwirtschaftlich genutzt werden. Daher verwundert es auch nicht, dass seine Tulpenfelder zu den schönsten der Niederlande zählen und mit seinen Wäldern, Seen, wertvollen Schutzgebieten und Freizeitvergnügen bietet Flevoland für jede Geschmack unzählige Erholungsmöglichkeiten.

Urk unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den modernen, geplanten Städten Flevolands, denn das Fischerdorf, dessen Wurzeln bis ins Jahr 966 zurückreichen, war lange Zeit eine Insel in der Zuiderzee. Erst als 1942 der Noordoostpolder im Rahmen des Zuiderzeeprojektes endgültig trockengelegt wurde, wurde Urk Bestandteil des Festlandes. Das alte Fischerdorf besitzt einen sehr reizvollen Stadtkern mit einem alten Fischereihafen, einem Heimatmuseum im Alten Rathaus und vielen historischen Häusern und auf dem höchsten Punkt der ehemaligen Insel steht ein 14 m hoher Leuchtturm aus dem Jahr 1844.
 
Deichimpression Flevoland  ...auf dem Ijsselmeer!

Wussten Sie schon, dass New York City fast fünfzig Jahre lang in holländischem Besitz war und dass Holland durch den Schiffsbau und einen zuvor ungeahnten Handelsgeist fast ein Jahrhundert lang das mächtigste Land der Welt war? In der Batavia Werft in Lelystad erfahren Sie alles rund um die hölzernen Schiffe und die oft Monate währenden Handelsmissionen holländischer Seefahrer im geheimnisvollen fernen Orient.Im 17. Jahrhundert hatte Holland die weltweit erste Effektenbörse und genoss dank Malern wie Rembrandt und Vermeer auch auf kulturellem Gebiet großes Ansehen. Nach der Gründung des Handelsunternehmens "Vereinigte Ostindische Kompanie" (Verenigde Oost-Indische Compagnie - VOC) profitierte Holland fast zwei Jahrhunderte lang von einem Handelsmonopol in Asien und verfügte über eine der mächtigsten Flotten weltweit und  Amsterdam galt bis zum Ende des Goldenen Zeitalters als das Handelszentrum der Welt, weit vor London und Paris. In der Batavia Werft können Sie zwei Nachbauten berühmter VOC-Schiffe, der "Batavia" und der "Sieben Provinzen", besichtigen. Diese beiden Schiffe wurden in Originalgröße aus ursprünglichen Materialien nachgebaut.

Im Kulturerbezentrum Nieuwlanderfgoed kann man die Geschichte der Pioniere auf dem Meeresboden erkunden. Die Entdeckungstour durch die Geschichte Flevolands beginnt zunächst bei den ersten Bewohnern in der Jungsteinzeit (den Swifterbant-Menschen). Sie erfahren alles über die mittelalterlichen Herren von Kuinre, die Fischer, Inselbewohner, Polderarbeiter und Pioniere des neuen Landes! Im angeschlossenen Wassertheater können Kinder selbst ein Stück Meer einpoldern und es werden unter anderem Einpolderungswerkzeuge, sowie einzigartiges Bildmaterial aus der Anfangszeit der umfangreichsten Einpolderung der Geschichte gezeigt.

Schokland wurde 1995 als erstes niederländisches Gebiet in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen. Wie kaum ein anderer Ort des Landes steht Schokland als Symbol für das Leben der Holländer mit dem Wasser und bei einem Besuch der ehemaligen Fischerinsel wird sofort deutlich warum: Das malerische Warftendörfchen Middelbuurt, die vielen Baudenkmäler und der Gesteinsgarten sind stumme Zeugen der Vergangenheit. Zahlreiche archäologische Funde, darunter Fußabdrücke der vorgeschichtlichen Bewohner, belegen, dass Schokland schon in der Prähistorie bewohnt war. Wandern oder radeln Sie über das Eiland und erfahren Sie im Museum Schokland  mehr über das Leben auf der verlorenen Insel. Besuchen Sie den Gesteinsgarten („Gesteentetuin“) und erfahren Sie dort alles über die Entstehungsgeschichte und die Natur der ehemaligen Fischerinsel.

Zu Recht, doch Flevoland ist auch ein Inbegriff moderner Architektur und modernen Städtebaus, denn dazu haben viele bekannte Architekten beigetragen. In Flevoland finden Sie die auffallendsten und ausgefallensten Gebäude, vor allem in Almere und Lelystad und eine weitere Besonderheit sind die Landschaftskunstwerke. Von den insgesamt sieben Landschaftskunstwerken, die es in den Niederlanden gibt, liegen fünf in Flevoland!

Mit ca. 190.000 Einwohnern ist Almere die größte Stadt der Provinz Flevoland und die 1975 gegründete Stadt liegt im südlichen Bereich des Flevoland Polders. Almere besticht durch die eigenwillige Architektur einiger Gebäude, die die große gestalterische Freiheit der Architekten verdeutlicht. Die Technikfans kommen im Energie- und Schifffahrtsmuseum voll auf ihre Kosten. Hier sind historische Dampf- und Elektromaschinen aus dem 20. Jh. ausgestellt und das älteste Dampfschiff der Zuiderzee aus dem Jahr 1906 liegt dort vor Anker. Für Kunst- und Kulturinteressierte lohnt sich ein Besuch im Museum De Paviljoens. Außer den Kunstwerken im Museum verfügt "De Paviljoens" auch über eine Reihe von Kunstprojekten außerhalb des Museums. Im direkten Umland von Almere finden Sie fünf Landschaftskunstwerke aus der Kollektion "Flevoland". Marinus Boezem plante 1987 etwa seine "Grüne Kathedrale", dies ist ein Kunstwerk aus 178 Pappeln in Form einer gotischen Kathedrale mit 150 Metern Länge. In Zeewolde finden Sie das Kunstwerk "Sea Level" des amerikanischen Künstlers Richard Serra. Seine beiden liegenden Wände mit jeweils 200 Meter Länge sind eine Würdigung des Umstands, dass Flevoland unterhalb des Meeresspiegels liegt. Jeden Sonntag präsentiert das Museum eine vollständig organisierte Tagestour zu allen fünf Landschaftskunstwerken der Niederlande.

Lelystad ist die Hauptstadt der jüngsten niederländischen Provinz Flevoland und die 1967 gegründete Stadt grenzt sowohl ans IJsselmeer, als auch ans Markermeer. Der Namensgeber der Stadt war Cornelis Lely, der Initiator des Zuiderzeeprojektes und wie die gesamte Provinz liegt auch Lelystad knapp fünf Meter unterhalb des Meeresspiegels. Lelystad und die direkte Umgebung haben für jeden Besucher etwas zu bieten. Beobachten Sie seltene Vogelarten bei einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen, unternehmen Sie einen Einkaufsbummel im Outletcenter Batavia Stad oder besuchen Sie eines der schönen Museen.



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